agenda zero: Diskutieren Sie mit!

Ist Werbung politisch aseptisch? Haben Agenturen eine Meinung? Was haben Werber mit Zukunftsgestaltung zu tun? Das Integral lädt zum kritischen Online-Diskurs über Agenturarbeit ein.

Was hat Agenturarbeit eigentlich mit der Bundestagswahl zu tun? Sofern man nicht gerade an Wahlwerbung denkt, scheint es sich um zwei völlig getrennte Welten zu handeln - die Welt der Politik und die Welt der Werbung. Werbung erscheint in den aseptischen Werbeblocks der TV-Sender als politischer Reinraum. Sie übt sich auf den ganzseitigen Anzeigen der Magazine in totaler politischer Abstinenz. Werber treten mit einer eigenen politischen Meinung fast nie in Erscheinung. Sie wirken als graue Eminenzen der Kommunikation im Hintergrund. Sie sind Agenten, die im Dienstes ihres Prinzipals öffentliche Wahrnehmung organisieren. Deswegen müsste man die Frage noch einmal pointierter formulieren: Was hat Kommunikation eigentlich mit Demokratie zu tun? Nachdem viele Werbeagenturen im letzten Jahrzehnt dazu übergegangen sind, sich selbst Kommunikationsagenturen zu nennen, wird die Frage vielleicht klarer. Kann es eine neutrale, eine politisch aseptische Kommunikation geben oder ist jede Kommunikation irgendwie politisch? Ist Kommunikation vielleicht dadurch schon politisch, dass sie das Politische vermeidet? Oder dass sie das Normale für normal erklärt? Oder das Wünschenswerte für wünschenswert? Oder das Schöne für schön? Ist nicht gerade das Wünschenswerte das, was die Politik verwirklichen will? Definiert die Werbung nicht das Wünschenswerte und ist sie damit nicht politisch? Hier öffnet sich das weite Feld des grundlegenden Zukunftsdiskurses: Was ist wünschenswert? Werbeagenturen sind viel tiefer in diesen Prozess verstrickt, als es vordergründig erscheint. Deswegen lädt das Integral - selbst ein Akteur der Kommunikationsbranche - ganz speziell die Kreativen und die Agenturen ein, ihre eigene Rolle und ihre eigenen Gestaltungsmöglichkeiten in diesem Kontext zu reflektieren. Die “agenda zero“ ist ein konkreter Vorschlag für ein nachhaltiges Wirtschaften in einer nahen Zukunft. In dem Online-Artikel „Weniger Planet pro Kopf: agenda zero“ (http://www.dasintegral.eu/index.php?id=139) wird eine konkrete politische Option zur Diskussion gestellt. Gerade die Gestalter der Kommunikationsbranche sind eingeladen den Artikel zu diskutieren - gerne unter der Fragestellung: Was hat Agenturarbeit eigentlich mit der Bundestagswahl zu tun? Die „agenda zero“ ist ein Vorschlag, wie man Produkte durch politische Steuerung dematerialisieren könnte. Im Klartext bedeutet das, dass bei der Erzeugung und Verwendung von Produkten in Zukunft viel weniger Ressourcen verschwendet werden. Das ist ein sehr spannendes Thema, denn wenn man es weiter denkt, dann hängen wichtige Zukunftsoptionen damit zusammen: Wirtschaftswachstum, Arbeitsplätze, Ressourcenkriege, Klimawandel, Migration, politische Stabilität. Solche Themen werden in der Werbung ausgeklammert, obwohl die beworbenen Produkte doch irgendwie damit zusammen hängen - sie werden oft aus umkämpften Ressourcen hergestellt oder verbrauchen sie. Das Integral lädt die Gestalter von Werbung ein die Zukunftsoption der „agenda zero“ zu diskutieren und freut sich auf Ihren Besuch. Das Integral: Das Integral ist eine Innovationsplattform für Kommunikation und Inszenierung. Erfahrene Experten aus diesen Bereichen haben sich zusammengetan, um Kommunikation endlich einmal kritisch zu beleuchten und dadurch zu neuen Konzepten zu finden. Ungewöhnlich für diese Branche ist dabei, dass unsere Teammitglieder offen ihre eigenen Haltungen entwickeln und ihre Kunden und Partner auffordern, sich in diesen Prozess zu integrieren. Sie hinterfragen den Markt, die Produkte und die Mechanismen im Kommunikationsgewerbe. Sie stellen die Wirkmuster in der Kommunikationsindustrie auf den Prüfstand und formulieren neuartige Konzepte. Hirn einschalten ist hier erlaubt, ja: Gefordert. In einer Welt mit zunehmender Komplexität ist wachsende Bewusstheit der einzige Weg zu einer lebenswerten Zukunft. Wirtschaftsethik, Organisationsentwicklung, Werbung, Politik und Kunst haben in diesem Kontext umso mehr miteinander zu tun, je nachhaltiger man gesellschaftliche Entwicklungen vorwegnehmen und vielleicht sogar prägen will.

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