Cybersecurity ist längst mehr als eine technische Schutzaufgabe. Für Britta Zur, Director Government & Public Sector, PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, geht es dabei auch um Vertrauen, Führungsverantwortung und die Frage, wie staatliche und private Akteure im Ernstfall zusammenarbeiten. Bei der NRW Sicherheitskonferenz am 30. November 2026 im Borussia-Park Mönchengladbach spricht sie darüber, warum Cybersicherheit gerade bei kritischen Infrastrukturen als Gemeinschaftsaufgabe verstanden werden muss – und weshalb Prävention nur dann wirksam ist, wenn Zuständigkeiten, Kommunikationswege und Zusammenarbeit im Vorfeld geklärt und erprobt sind.
Im Vorfeld der Konferenz hat das Studieninstitut für Kommunikation ihr drei Fragen gestellt.
Warum sollten Organisationen Cybersecurity nicht nur als Pflicht, sondern auch als Chance begreifen?
„Cybersecurity ist eng mit dem Aspekt des Vertrauens verbunden. Etwa mit dem Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger darauf, dass der Staat ihre Daten sicher verwaltet und verarbeitet. Die IT-Sicherheitsvorfälle der vergangenen Monate und Jahre in Kommunen und Ländern verdeutlichen dies. Gerade in einer Zeit, in der staatliche Akteure unter hohem Druck stehen wird dieser Gedanke noch verstärkt. Laut der aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens IPSOS vertrauen im Durchschnitt nur noch 25 % der Befragten öffentlich Bediensteten. Wer also heute im Bereich Cybersecurity die richtigen Weichen stellt, schafft damit eine wichtige Vertrauensgrundlage für die Zukunft. Dies gilt gleichermaßen für Verwaltungsinstitutionen, Sicherheitsbehörden, Justiz und Wirtschaftsunternehmen.“
Warum sollte Cybersecurity bei KRITIS-Organisationen nicht allein Aufgabe der IT sein?
„Cybersecurity ist eine Führungsaufgabe. Das nicht erst seit NIS2 (Richtlinie zur Sicherung von Netz- und Informationssystemen) und der entsprechenden nationalen Umsetzung. Wer Cybersicherheit allein der IT überträgt, kommt seiner Führungsverantwortung nicht ausreichend nach, riskiert erhebliche Haftungsrisiken und verkennt ihre Bedeutung für das Risikomanagement und die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs. KRITIS-Organisationen tragen dabei besondere Verantwortung, da ihr Betrieb eine wesentliche Grundlage für das tägliche Leben der Menschen bildet.“
Worauf dürfen sich die Teilnehmenden Ihres Vortrags bei der NRW Sicherheitskonferenz freuen?
„In meinem Vortrag möchte ich dafür sensibilisieren, dass Cybersecurity eine Gemeinschaftsaufgabe ist. Wirksame Prävention gelingt nur durch ein funktionierendes und erprobtes Zusammenspiel staatlicher und privater Akteure. Ohne dem Vortrag vorzugreifen,
möchte ich daher bereits jetzt für eine stärkere Zusammenarbeit plädieren, etwa durch gemeinsame Lage- und Einsatzzentren, verbesserte Kommunikations- und Meldewege sowie regelmäßige gemeinsame Übungen.“
Die NRW Sicherheitskonferenz bringt am 30. November 2026 im Borussia-Park Mönchengladbach Entscheider:innen und Fachverantwortliche aus KRITIS, Kommunen, Behörden, Veranstaltungswirtschaft und Sicherheitsbranche zusammen.
Im Mittelpunkt stehen aktuelle Herausforderungen rund um Cybersecurity, kritische Infrastrukturen und Resilienz, neue regulatorische Anforderungen, Krisenkommunikation sowie Veranstaltungssicherheit. Neben fachlichen Vorträgen und Panels bietet die Konferenz Raum für Austausch, konkrete Lösungsansätze und die Vernetzung unterschiedlicher Akteure aus dem Sicherheitsumfeld.
Weitere Informationen zum Programm, zu den Speaker:innen und zu Tickets finden Interessierte auf der Website der NRW Sicherheitskonferenz.







