Digitalisierung macht nicht Halt
Die Corona-Pandemie sorgt notgedrungen für Kreativität bei den Anbietern unterschiedlichster Branchen. So haben viele Eventbetreiber spannende Wege gefunden, wie sie neue Kunden erreichen und für sich gewinnen können. Öffentliche Plätze, wie Kirchen oder andere Veranstaltungsräume sind für Menschenansammlungen geschlossen. Dennoch können sie für Streamingvorhaben exzellent genutzt werden. Manche Bands haben dies gemacht, weil sie ihre Tourneen absagen mussten. Die norwegische Metal Band “Kvelertak” hat mehrere Konzerte live gestreamt und währenddessen mit dem Publikum per Chat interagiert. Für jedes digitale Konzert verlangten sie 10 Euro und konnten damit nicht nur Umsatz generieren, sondern auch mit tausenden Fans in Kontakt treten. Viele andere Bands machten dies in ähnlicher Weise.
Backen und Tasting übers Internet
So der Digitalberater Claudio Catrini: “Ich selbst war erstaunt, wie gut das funktioniert, aber vor Weihnachten backten wir per Live-Stream Weihnachtsplätzchen, mit verschiedenen Koryphäen auf diesem Gebiet – alles über das Internet.“
Die Zugangsweise ist natürlich eine andere, aber mit entsprechendem Equipment können Anbieter dem Kunden Ihre Angebote per Internet näherbringen. Auch eine Kombination aus beiden Welten ist sehr gut möglich. Beispielsweise beim Thema Wein: Hier bietet es sich an, ausgewählte und erlesene Tröpfchen an Kunden zu schicken, die dann an einem digitalen und interaktiven Wein-Tasting teilnehmen. Im Anschluss an dieses Tasting mit einem anerkannten Experten, können sich Interessenten den Wein ihrer Wahl direkt nach Hause liefern lassen oder eventuell auch ein Abo abschließen, welches für laufenden Cashflow beim Anbieter sorgt.
Die Nische ist entscheidend
Die Verlagerung in die digitale Welt bedeutet natürlich auch eine dem entsprechend andere Positionierung der Anbieter. Der Kunde muss das jeweilige Angebot als „besonders“ wahrnehmen. Dabei stellt sich die Frage: Wofür stehen Anbieter aus der Eventbranche? Und wie ist das Übertragen einer Positionierung ins Internet möglich? Wenn bekannt ist, was Kunden wollen, kann ein entsprechendes Angebot geschnürt werden, wie beim Beispiel der Weinverkostung. So könnten verschiedene digitale Cabernet-Sauvignon-Tastings oder Riesling-Tastings bveranslatet werden. Gegebenenfalls stehenunterschiedliche Herstellungsmethoden oder bestimmte Anbaugebiete im Fokus der Veranstaltung. Gleiches gilt für das interaktive Backen über das Internet. So wären verschiedenen Themenwochen denkbar, bei denen unterschiedliche Backutensilien angeboten werden. Konzertveranstalter könnten spezielle Merchandise-Artikel vertreiben, die durch die Band individualisiert wurden. So kann Umsatz generiert werden und die Verbindung zum Kunden vertieft sich.
Mehr Kunden statt weniger
Durch die digitale Transformation vieler Angebote, verschiebt sich auch die Monetarisierung. Natürlich kann ein digitaler Auftritt nicht 50 Euro oder mehr bringen, wie live vor Ort, aber eine Mindestsumme kann auch hier verlangt werden. Wenn die Monetarisierung auf spezielle Features, wie individuelle Musikwünsche, interaktives Mitspielen eines Instrumentes mit der Band, spezielle Glückwünsche an Geburtstagskinder, Live-Mitschnitte, spezielle Merchandise-Artikel, etc. verschoben wird, kann das Streaming vielleicht sogar gratis sein, um noch mehr Menschen anzuziehen und dennoch würden mehr Umsatz erzielt werden.
Mit geschickter Strategie können mehr Menschen über das Internet erreichet werden, als offline. Dies ist natürlich auch von Bedeutung für die Zeit nach der Pandemie. Wer jetzt bereit ist, neue und kreative Wege zu beschreiten, wird der Konkurrenz zukünftig voraus sein.
Fazit von Claudio Catrini
„Die derzeitige Phase ist definitiv herausfordernd für die gesamte Wirtschaft. Viele Branchen leiden enorm unter den Maßnahmen, die aufgrund der Pandemie verhängt wurden. Wer kreativ ans Werk geht, kann jedoch auch die Veränderungen für sich nutzen, indem neue Kommunikationskanäle erschlossen und dadurch neue Kunden akquiriert werden können. Oftmals braucht es dazu kein endlos teures Equipment, sondern einfach die Kreativität und den Mut, Neues zu wagen.“
