Der Übergang zur E-Rechnung in Deutschland
Zuvor hat die Europäische Union mit der Richtlinie 2014/55/EU eine gemeinsame Norm für die E-Rechnung innerhalb der Europäischen Union festgelegt. Auch in Deutschland treten mit dem Wachstumschancengesetz schrittweise neue Verpflichtungen in Bezug auf die E-Rechnung in Kraft. Diese basieren auf den Richtlinien des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) und dem Umsatzsteuergesetz (UStG).
Die neue Gesetzgebung verpflichtet deutsche Unternehmen zum Umstieg auf die elektronische Rechnungsstellung (E-Rechnung). Das Ziel ist nicht nur die Betrugsbekämpfung, sondern auch die Steigerung der Effizienz in der Geschäftswelt, zum Beispiel durch die Vermeidung von Doppelarbeit und die Reduzierung potenzieller Fehler.
Die Einführung erfolgt phasenweise, wobei die erste wichtige Änderung bereits Anfang letzten Jahres begonnen hat:
- Seit dem 1. Januar 2025: Fast alle deutschen Unternehmen müssen in der Lage sein, E-Rechnungen zu empfangen (B2B).
- Ab 2027: Die Pflicht, selbst E-Rechnungen zu versenden, ab einem Jahresumsatz von 800.000 €.
- Ab 2028: Die Pflicht zum Versand von E-Rechnungen, auch für kleinere Unternehmen.
Das bedeutet, dass die eingesetzte Event-Software diese Standards unterstützen muss, um rechtliche und finanzielle Risiken zu vermeiden.
Was ist eine E-Rechnung?
Eine E-Rechnung ist mehr als nur das Versenden einer PDF per E-Mail. Es handelt sich um einen vollständig digitalen Prozess, bei dem Rechnungen als strukturierte Daten (wie z. B. XML) direkt von einer Software zur anderen übermittelt werden.
Die Vorteile der E-Rechnung
Die E-Rechnung bietet verschiedene Vorteile:
- Einheitlichkeit: Es handelt sich um einen internationalen Standard, der die grenzüberschreitende Rechnungsstellung vereinfacht.
- Effizienz: Die Automatisierung der Finanzverwaltung spart Zeit und verringert die Wahrscheinlichkeit menschlicher Fehler erheblich.
- Nachhaltigkeit: Durch die vollständig digitale Arbeitsweise entfällt der Bedarf an Papier und physischem Versand. Plus für Effizienz und Umwelt gleichermaßen.
Die drei Formate: XRechnung, ZUGFeRD und Peppol
In der Praxis verwendet Ihre Organisation drei gängigen Methoden für die E-Rechnungsstellung:
- XRechnung: Eine reine XML-Datei, die speziell für Regierungsbehörden entwickelt wurde. Sie ist für Menschen nicht lesbar, aber Softwaresysteme verarbeiten sie fehlerfrei.
- ZUGFeRD: Ein hybrides Format, das aus einem visuellen PDF für den Benutzer und einer eingebetteten XML-Datei für die automatische Verarbeitung besteht.
- Peppol: Dies ist der internationale Standard und fungiert als ein gesichertes Netzwerk (eine digitale Autobahn), über das Organisationen Rechnungen direkt und sicher austauschen.


