Deutscher Expertenrat Besuchersicherheit (DEB) veranstaltete das 1. Symposium Berliner Museen mit Deutschem Technikmuseum

Das 1. Symposium Berliner Museen vor rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Deutschen Technikmuseum befasste sich mit der aktuellen Situation und den Auswirkungen der Corona/COVID-19-Pandemie auf die Arbeit der Museen. Dazu eingeladen hatten das Deutsche Technikmuseum sowie der Deutsche Expertenrat Besuchersicherheit (DEB) in Kooperation mit dem Landesverband der Museen zu Berlin. Dr. Klaus Lederer, Berliner Senator für Kultur und Europa, übernahm die Schirmherrschaft des Symposiums.

Das 1. Symposium Berliner Museen bildete den Auftakt für die Plattform zur Vernetzung von Museumsmacherinnen und Museumsmachern. Dabei referierten (v. l.) Dr. Thomas Köhler (Vorsitzender des Landesverbandes der Museen zu Berlin und Direktor der Berlinischen Galerie – Museum für Moderne Kunst), Prof. Dr. Mandy Risch-Kerst (Vorstand Recht im Deutschen Expertenrat Besuchersicherheit (DEB) und Rechtsanwältin, Tätigkeitsschwerpunkt rechtliche Beratung der Veranstaltungs-, Sicherheits- und Kreativwirtschaft), Joachim Breuninger (Direktor des Deutschen Technikmuseums und Vorstand der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin), Olaf Jastrob (Vorsitzender Deutscher Expertenrat Besuchersicherheit und Inhaber eines Sachverständigenbüros für Veranstaltungs- und Besuchersicherheit), Anne Hartmann (Dipl.-Ing. für Gebäudetechnik, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Energietechnik (Hermann-Rietschel-Institut) an der Technischen Universität Berlin) und Dr. Jan Wabst (Geschäftsführender Gesellschafter der Seiwo Technik GmbH).

Gastgeber Joachim Breuninger, Direktor des Deutschen Technikmuseums, stellte in seinem Vortrag fest, dass es zwar noch relativ einfach sei, ein Museum zu schließen, jedoch sehr schwierig, es wieder zu öffnen. Neben dem Erarbeiten des Hygieneplans und dessen Umsetzung gilt es, zahlreiche organisatorische Aufgaben zu bewältigen. Dies sei eine große Herausforderung, die das Deutsche Technikmuseum wie viele andere Kultureinrichtungen zu bewältigen habe. Die erfolgreiche Umsetzung spiegele sich leider noch nicht in den aktuellen Besucherzahlen wider. „Die Menschen sind nach wie vor verunsichert und schieben ihren Museumsbesuch lieber noch auf“, erklärte Joachim Breuninger.

Wie umfangreich die rechtlichen und die organisatorischen Handlungs- und Dokumentationspflichten bei der praktischen Umsetzung der Corona-Hygienevorschriften zum sicheren Betrieb von Museen und Ausstellungen sowie von Veranstaltungen sind, zeigten Prof. Dr. Mandy Risch-Kerst und Olaf Jastrob vom DEB auf. Trotz der vielen Aspekte, die zu beachten sind, machten die DEB-Vorstandmitglieder den anwesenden Museumsverantwortlichen Mut: „Die Häuser existieren nicht, um geschlossen zu werden. Mit einem gut ausgearbeiteten Hygienekonzept gewinnt man das Vertrauen der Gäste und das spricht sich auch herum.“

Ein wesentliches Problem stellen die Bakterien- und Virenlasten in hochfrequentierten Räumen dar. Anne Hartmann vom Hermann-Rietschel-Institut der Technischen Universität in Berlin erklärte die Bedeutung der Außenluft und gab Hinweise zur Belüftung der Ausstellungsräume. „Zur Verringerung des Infektionsrisikos muss der Außenluftanteil so groß wie möglich gehalten werden. Ausreichende Zufuhr von Außenluft ist somit für eine gute Luftqualität notwendig“, so Anne Hartmann, die aber auch für Räume ohne zu öffnende Fenster wertvolle Hinweise gab. So müssen Umluftanlagen unbedingt mit Filtern ausgestattet sein. „Je feiner, desto besser, denn ansonsten kann Umluft die Viren transportieren. Außenluft dagegen sorgt dafür, dass die Innenräume nahezu virenfrei sind“, gab sie zu bedenken.

Technische Hilfsmittel stellte Dr. Jan Wabst, geschäftsführender Gesellschafter der Seiwo Technik GmbH vor. Angefangen mit Ozonfiltern über Bestrahlungseinheiten bis hin zu automatischen Desinfektionsmöbeln für Guideport-Systeme – mit solchen Systemen lassen sich die Hygienekonzepte gut umsetzen.

In der abschließenden Podiumsdiskussion mit den Referenten entstand ein lebhafter Austausch zwischen Podium und Plenum. Der Umgang mit Maskenverweigerern oder Menschen, die ein Attest vorlegen, das sie aus medizinischen Gründen von der Maskenpflicht befreit, wurde ebenso thematisiert wie u. a. barrierearme Angebote, die in diesen Zeiten besonders schwierig sind, da Tastobjekte und Hands-On-Stationen aktuell zumeist nicht den Anforderungen der Hygienemaßnahmen standhalten.

„Mehr denn je müssen wir gemeinsam die Herausforderungen, die die Corona/COVID- 19-Pandemie mit sich bringt, angehen. Fragen zusammen beantworten und Erfahrungen austauschen – das hilft, Fehler zu vermeiden. Dazu hat das 1. Symposium Berliner Museen zweifelsohne beigetragen“, zog Olaf Jastrob zum Abschluss ein positives Fazit der Veranstaltung.

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